Möbel auspacken einmal anders

Etwa ein Monat nach dem Betonieren ist es endlich so weit: Wir dürfen die gegossenen Schönheiten auspacken und bewundern. Ganz so schnell und einfach wie den Karton vom Billi-Regal aufzureissen ist es jedoch nicht. Zu fünft lösen wir die Schalung an der Oberseite, um die ca. 350 kg schwere Betonküchenplatte dann mit Hilfe vier starker Klienten umzudrehen. So etwas gehört koordiniert und mit viel Gefühl gemacht, um Risse zu vermeiden. Dabei half uns wieder der Profi Martin Murero.
Danach folgen stundenlanges Schleifen, Polieren, Einschmieren, Streicheln und Einlassen. Wie wir den Transport in die etwa 200 m entfernte Küche am anderen Ende des Gutshofs schaffen – dafür müssen wir unsere Köpfe noch anstrengen.

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Der Garten gedeiht.

Was sich uns im Oktober als wüste Ansammlung von Schlammlöchern und Dreckhaufen darbot, wirkt langsam fast schon ansehnlich:

Das Salettl hat nicht nur seine Holzrahmenkonstruktion erhalten, sondern auch ein Dach, das mit den alten Dachziegeln wieder gedeckt wurde. Unter diesem bzw. der Pergola stehen inzwischen fertig betonierte Blumentröge, Bänke und Fahrradständer, deren Bretter-Schalungen in schweißtreibender Arbeit unter den unerbittlichen Strahlen der flammenden Sommersonne gefertigt wurden.

Nicht weit davon stehen auch die Betonteile der Feuerstelle schon – und auch alle drei Hochbeete sind schon gefertigt. Für die Betonoberfläche mit Holz-Optik wurden auf die Platten der Schalsysteme sägeraue Bretter aufgenagelt.

Noch während die letzten Betonierarbeiten im Garten stattfinden, breitet sich schon die Pflasterung wie ein Teppich aus…

Je höher der Boden, desto niedriger der Raum

Nur ein dünnes Ziegelgewölbe schützt Tonnen von Material und die darauf eifrig werkenden Studenten (uns) vor dem Fall. Schicht für Schicht wurde dieses Material in den letzten Wochen aufgetragen: Über einer wüsten Schicht aus Jahrhundertstaub sind in einer zementgebundenen Styroporschüttung Installationen und Leitungen versteckt. Darauf betten sich in Nut und Feder verleimte OSB-Platten, welche als Schraubgrund für Polsterhölzer (10×10 cm) dienen. Dazwischen kuschelt Dämmwolle. Vollendet wird der Aufbau von großartigen, 6 Meter langen und bis zu 70 cm breiten Douglasie-Dielen. Damit – und mit ihrer Stärke von 28 mm  – kommen diese dem Original Fichten-Schiffsboden erstaunlich nahe.

In die Bäder jedoch wurde auf isolierende Folien ein Estrich gepumpt, in den mit größter Sorgfalt das Gefälle der Duschen eingearbeitet wurde. Darauf werden nächste Woche bereits die ersten Fliesen verlegt werden.

Im Erdgeschoß liegt unter dem Estrich, der sichtbar bleiben soll, eine Fußbodenheizung. Zu den Wänden hin wurde aus denkmalpflegerischen und entlüftungstechnischen Gründen ein Spalt gelassen, der als Kiesstreifen sichtbar bleiben wird.

Das Addieren von all diesem neuen Material ist für uns jedenfalls eine befriedigendere Arbeit als das Entfernen der alten Böden war, das immer anstrengendes Schutt-Schaufeln und Hinauskarren unzähliger Scheibtruhen mit sich brachte.

Insel aus Beton

Seit Anfang August schlummert in unserem Lager eine Platte aus Beton, die nur darauf wartet ausgeschalt zu werden. Mit Hilfe von Betonmöbelprofi Martin Murero wurde diese vor einigen Wochen gegossen, um eines Tages die Arbeitsfläche unserer selbst entworfenen Kücheninsel zu werden. Gleich daneben liegt eine weitere Platte, die auch in der Küche als Arbeitsfläche ihren Platz finden wird. In beide Flächen sind Waschbecken aus Beton integriert und die Bewehrung ist aus Putzträger-Netzen.

Beim Betonieren von so schönen Dingen ist das Ausschalen manchmal wie Geschenke auszupacken, darum freuen wir uns schon riesig darauf. Damit müssen wir aber noch warten bis die Baustelle für die Möbel bereit ist…