Es geht dem Ende entgegen

Bei unserer letzten vorweihnachtlichen Baubesprechung vorgestern war Highlight das inzwischen fertiggestellte Möbel im großen Hof. Schon zweieinhalb Wochen vorher waren wir zusammengekommen, um unter großer Nervosität die selbst betonierten Arbeitsplatten gemeinsam an Ort und Stelle zu tragen.

Aber der Reihe nach: Wir hatten schon monatelang überlegt, wie wir die immerhin 350 kg schweren Platten von der Remise, in der wir sie betoniert hatten, an ihre prädestinierten, 150 Meter entfernten Positionen transportieren können. Das Problem ist, dass die Platten, obwohl sie bewehrt sind, Risse bilden, oder – worst-case-scenario – brechen  können. Einige Vorschläge waren ein Wagerl zu bauen oder den Bauernhof-Traktor zu missbrauchen. Aber als die Tischlerei die Unterkonstruktionen der Küchenplatten fertig und installiert hatte, hoben wir die Platte einfach mit Gurten und einer Menge Leuten auf deren Glastransporter. Mit von der Partie waren nicht nur wir Studierende, sondern u.a. auch Bauherrschaften, Tischler, Architekt Maier und unser Lektor Peter Fattinger, die unter dem Dirigieren vom Betonbauprofi Martin ihre Muskeln spielen ließen. Von vor der Haustüre trugen wir die Platten in die Küche. Dort hoben wir sie (stehend) abwechselnd auf der einen und der anderen Seite auf, jedesmal einen Klotz Styropor unterlegend, bis sie eine Höhe hatten, von der man sie auf die Küchenblöcke legen konnte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und bis auf eine abgeschlagene Ecke: nix passiert!

Das Betonmöbel im Hof sollte als Pflanztrog und Brunnen nach ursprünglichen Plänen direkt vor der Haustüre stehen und nicht nur mit dem als Relief eingelassenen Logo den Eingang offensichtlich markieren, sondern auch als Absturzsicherung dienen. Sollte man beim Durchschreiten/Durchrollen der Haustüre den Blick gen Himmel gerichtet haben, um die Wetterlage einzuschätzen, während man Pläne für seinen frisch angebrochenen Urlaubstag schmiedet, wäre man selbst bei Unachtsamkeit nicht den Niveauunterschied heruntergepurzelt. Da aber dem Bundesdenkmalamt dieses subtile Geländer zu nahe an der denkmalgeschützten Fassade war (und damit den Gesamteindruck des Gebäudes inakzeptabel verändert hätte) mussten wir es, einer Funktion beraubt, unter die Weide in der Mitte des Hofes rücken, wo es Besucher willkommen heißt und auch zum Sitzen einlädt.

Andere Ausstattungen, die inzwischen fertig geworden sind und auch erwähnt zu werden verdienen, sind zum Beispiel: im Esszimmer die Anrichte, in der Rezeption das Pult und der Sitz und ein Prototyp für ein Regal (ebenfalls nach Eigendesign), die Birkensperrholzverkleidungen, die Stofflampen, die (von einer Caritas-Werkstätte gefertigten) Handläufe, die Glasbrüstungen auf den Galerien, …

Der Schnee kann jedenfalls kommen – und bald auch Gäste.

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