Abnahme und Aufnahme

Am Donnerstag letzter Woche fand die offizielle Abnahme einer blitzblanken Frühstückspension OBENauf statt, bei der nicht nur, wie üblich, VertreterInnen der Bauherrschaft und der Gewerke sondern auch solche der Presse mit dabei waren: Unter anderem filmte uns der ORF beim Vollenden unseres Werkes mit den letzten, selbst-getätigten Handgriffen, wie dem akribischen Aufpinseln von Beschriftungen und dem perfektionistischen Aufhängen von Bildern.

Die auf Aluminium kaschierten Bilder zeigen einerseits Szenen aus dem Werdegang des OBENauf, andererseits abstrakt wirkende Fotos von den Wänden – so wie sie noch ausgesehen hatten, bevor die Maler sie mit Hotel-tauglichem Weiß überpinselten. Die Bilder passen (zum Glück) farblich perfekt zur Ausstattung und sind das Werk von unserem Dozenten Peter selbst, abgelichtet wurden sie vom Fotografen seines Vertrauens, Markus.

Die von der Bauordnung vorgeschriebenen Beschriftungen (wie z.B. „Erdgeschoß“ und „Obergeschoß“ im Liftbereich) und die, die als Wegweiser für Gäste notwendig sind, haben wir versucht spielerisch zu halten, ans Corporate Design anzulehnen und – wo’s passt – auf mit dem Wortwitz versehene Schlagwörter zu erweitern. Auch das OBENauf-Logo hat hie und da einen weiteren Platz gefunden. Die Schriftzüge und Piktogramme sind Benjamins Werk und Handschrift: gescannt, vektorisiert, aus Polystyrol ausgelasert und mit vorsichtigen Pinseltupfern auf die Wände schabloniert.

Der ORF-Beitrag wird voraussichtlich am 28. Februar im ORF2 Magazin Orientierung ausgestrahlt.

Möbel auspacken einmal anders

Etwa ein Monat nach dem Betonieren ist es endlich so weit: Wir dürfen die gegossenen Schönheiten auspacken und bewundern. Ganz so schnell und einfach wie den Karton vom Billi-Regal aufzureissen ist es jedoch nicht. Zu fünft lösen wir die Schalung an der Oberseite, um die ca. 350 kg schwere Betonküchenplatte dann mit Hilfe vier starker Klienten umzudrehen. So etwas gehört koordiniert und mit viel Gefühl gemacht, um Risse zu vermeiden. Dabei half uns wieder der Profi Martin Murero.
Danach folgen stundenlanges Schleifen, Polieren, Einschmieren, Streicheln und Einlassen. Wie wir den Transport in die etwa 200 m entfernte Küche am anderen Ende des Gutshofs schaffen – dafür müssen wir unsere Köpfe noch anstrengen.

Der Garten gedeiht.

Was sich uns im Oktober als wüste Ansammlung von Schlammlöchern und Dreckhaufen darbot, wirkt langsam fast schon ansehnlich:

Das Salettl hat nicht nur seine Holzrahmenkonstruktion erhalten, sondern auch ein Dach, das mit den alten Dachziegeln wieder gedeckt wurde. Unter diesem bzw. der Pergola stehen inzwischen fertig betonierte Blumentröge, Bänke und Fahrradständer, deren Bretter-Schalungen in schweißtreibender Arbeit unter den unerbittlichen Strahlen der flammenden Sommersonne gefertigt wurden.

Nicht weit davon stehen auch die Betonteile der Feuerstelle schon – und auch alle drei Hochbeete sind schon gefertigt. Für die Betonoberfläche mit Holz-Optik wurden auf die Platten der Schalsysteme sägeraue Bretter aufgenagelt.

Noch während die letzten Betonierarbeiten im Garten stattfinden, breitet sich schon die Pflasterung wie ein Teppich aus…

Je höher der Boden, desto niedriger der Raum

Nur ein dünnes Ziegelgewölbe schützt Tonnen von Material und die darauf eifrig werkenden Studenten (uns) vor dem Fall. Schicht für Schicht wurde dieses Material in den letzten Wochen aufgetragen: Über einer wüsten Schicht aus Jahrhundertstaub sind in einer zementgebundenen Styroporschüttung Installationen und Leitungen versteckt. Darauf betten sich in Nut und Feder verleimte OSB-Platten, welche als Schraubgrund für Polsterhölzer (10×10 cm) dienen. Dazwischen kuschelt Dämmwolle. Vollendet wird der Aufbau von großartigen, 6 Meter langen und bis zu 70 cm breiten Douglasie-Dielen. Damit – und mit ihrer Stärke von 28 mm  – kommen diese dem Original Fichten-Schiffsboden erstaunlich nahe.

In die Bäder jedoch wurde auf isolierende Folien ein Estrich gepumpt, in den mit größter Sorgfalt das Gefälle der Duschen eingearbeitet wurde. Darauf werden nächste Woche bereits die ersten Fliesen verlegt werden.

Im Erdgeschoß liegt unter dem Estrich, der sichtbar bleiben soll, eine Fußbodenheizung. Zu den Wänden hin wurde aus denkmalpflegerischen und entlüftungstechnischen Gründen ein Spalt gelassen, der als Kiesstreifen sichtbar bleiben wird.

Das Addieren von all diesem neuen Material ist für uns jedenfalls eine befriedigendere Arbeit als das Entfernen der alten Böden war, das immer anstrengendes Schutt-Schaufeln und Hinauskarren unzähliger Scheibtruhen mit sich brachte.

Insel aus Beton

Seit Anfang August schlummert in unserem Lager eine Platte aus Beton, die nur darauf wartet ausgeschalt zu werden. Mit Hilfe von Betonmöbelprofi Martin Murero wurde diese vor einigen Wochen gegossen, um eines Tages die Arbeitsfläche unserer selbst entworfenen Kücheninsel zu werden. Gleich daneben liegt eine weitere Platte, die auch in der Küche als Arbeitsfläche ihren Platz finden wird. In beide Flächen sind Waschbecken aus Beton integriert und die Bewehrung ist aus Putzträger-Netzen.

Beim Betonieren von so schönen Dingen ist das Ausschalen manchmal wie Geschenke auszupacken, darum freuen wir uns schon riesig darauf. Damit müssen wir aber noch warten bis die Baustelle für die Möbel bereit ist…

Quadratisch, praktisch, gut

Diese Woche sind endlich unsere großartigen Designfliesen angekommen. Komplett
gesponsert wurden diese von der italienischen Fliesenfirma REFIN. Den Transport übernahm das Unternehmen C.Bergmann.

Die Fliesen passen mit ihren warmen und neutralen Farben perfekt zu den natürlichen Oberflächen und Materialien der Architektur und mit ihrem spielerischen Design auch zu uns.

Wir danken wir herzlich für die Unterstützung und freuen uns schon auf die fertigen Bäder mit Designfliesen.

http://www.refin-fliesen.de

http://www.c-bergmann.at

Was das Salettl ist

Als Salettl bezeichnet man eigentlich jene offenen, freistehenden Pavillons, die man vielleicht in etwas spießigeren Gärten und Parks am Rasen stehen sieht. Das elegante Häuschen, das wir an der Nordwand des Gartens aufstellen, nennen wir also zwar liebevoll, aber eigentlich fälschlicherweise Salettl, wenn sich auch sein Dach Richtung Osten zur Überdachung eines Abstellplatzes und Richtung Westen zu einer Pergola entwickelt. Während unter dem Abstellplatz Mietfahrräder stehen werden, sollen unter der bewachsenen Laube die Gäste frühstücken und Abende ausklingen lassen können. Das statische System bleibt dabei über die gesamte Länge des Konstruktes gleich: Eine Rahmenkonstruktion, unter der die Sichtbetonwände der Hütte stehen. Diese beherbergen nicht nur Platz für eine Fahrradwerkstatt sondern auch Strom- und Wasseranschlüsse für eine eventuelle spätere Umnutzung. Auf den Außenschalungen der Wände wurden von uns sägeraue Bretter befestigt, die dem Beton eine Holzoptik verleihen. Die Deckung der überdachten Teile soll mit den Dachziegeln des Gebäudes erfolgen, das an der selben Stelle gestanden hat. Dieses wurde von uns behutsam abgedeckt und dann mit roher Gewalt abgerissen.(siehe Beiträge vom März 2015) Für den Abriss entschieden wir uns, da das alte Gartenhaus zwar höchst charmant aber ebenso baufällig und kaum nutzbar war. Bald werden auch die Holzrahmen aufgestellt. Wir sind gespannt.